GSB 7.0 Standardlösung

Stoffliche Emissionen und Immissionen (SPT-203)

Die meisten Schadstoffemissionen des Verkehrs wirken unmittelbar, andere Emissionen wie der CO2-Ausstoß wirken langfristig und betreffen auch künftige Generationen. Besonders in Ballungsräumen kommt es teilweise an hochbelasteten Verkehrsstraßen zu Überschreitungen der EU-Grenzwerte, die für die Immissionen von Stickstoffdioxid, Stickstoffoxiden, Feinstaub (PM10), Schwefeldioxid, Benzol, Kohlenmonoxid und Blei gelten. In Gebieten mit hoher Verkehrsträgerdichte ist jedoch der Beitrag der einzelnen Verkehrsträger zu den Luftschadstoffimmissionen und zu den Belastungen von Wasser und Boden nicht ohne Weiteres eindeutig zuzuordnen.

Innovationen in der Motorentechnik, Nutzung alternativer Kraftstoffe und neue Antriebs- und Abgasreinigungstechniken sowohl beim Straßen- und Schienenverkehr als auch bei See- und Binnenschifffahrt verändern kontinuierlich die Schadstoffbelastung in den verschiedenen Umweltkompartimenten. Auch das Nutzungsverhalten oder die unterschiedlichen Verkehrsflusszustände befinden sich in einem ständigen Wandel. Fortschritte in der Motorentechnik senken sowohl die Schadstoff- als auch die CO2-Emissionen der Einzelfahrzeuge, jedoch werden die Erfolge durch den steigenden Gesamtverkehr aufgezehrt.

Ebenso tragen neue Materialzusammensetzungen von Werkstoffen zu geänderten Schadstoffzusammensetzungen der Emissionen und Immissionen bei. Dies betrifft sowohl Komponenten an und in den Fahrzeugen der unterschiedlichen Verkehrsträger (z.B. Bremskörper, Kupplungen) als auch Bestandteile der genutzten Infrastruktur (Gleise, Fahrdraht, Stromabnehmer, Straßenoberfläche), die hohen Abriebbelastungen ausgesetzt sind.

Um die stofflichen Belastungen aus Straßen-, Luft- und Schienenverkehr sowie dem Verkehr auf den Wasserstraßen für den Menschen und die Umwelt zu minimieren, werden verkehrsträgerübergreifende Maßnahmen benötigt.

In der vorherigen Forschungsphase (2016–2019) des BMDV-Expertennetzwerks erstellten die Forschenden in einem integrierten Ansatz über alle Verkehrsträger hinweg zunächst eine Analyse und eine belastbare Bilanzierung der relevanten verkehrsbedingten Schadstoffemissionen. Ebenso analysierten die Expertinnen und Experten die ökotoxikologischen Auswirkungen der Schadstoffbelastung. In verschiedenen Simulationen von Emissions- und Immissionsmodellen wurden für drei unterschiedlich geprägte Ballungsräume Szenarien berechnet und ausgewertet. Darauf aufbauend wurden interdisziplinäre Lösungsansätze für die Minderung der verkehrsbedingten stofflichen Belastungen unter der Maßgabe entwickelt, die zukünftigen Anforderungen an die Mobilität von Personen und Wirtschaftsgütern zu erhalten.

In der aktuellen Forschungsphase erweitern die Expertinnen und Experten die Datengrundlage hinsichtlich verkehrsbedingter Schadstoffemissionen. Sie bestimmen Unsicherheiten von Eingangsparametern und Gesamtunsicherheiten für Emissionsmodellierungen und quantifizieren den Beitrag der verschiedenen Verkehrsträger zu den Schadstoffbelastungen. Weiterhin erstellen die Forschenden Konzepte und einen Maßnahmenkatalog zu Minderungsmaßnahmen für verkehrsbedingte Schadstoffbelastungen.

Koordination

Cyrus Schmellekamp
Bundesanstalt für Straßenwesen
Schmellekamp@bast.de

Beteiligte Behörden:

  • BAG
  • BSH
  • BfG
  • BASt
  • BAW
  • DWD
  • DZSF/EBA